Jagdschein

Das Jagen als Hobby liegt voll im Trend. Schon längst ist es keine reine „Männersache“ mehr. Immer mehr weibliche Interessenten sind zu beobachten, die sich für die Jagd begeistern. Doch nicht wie bei anderen Freizeitbeschäftigungen kann man sich einfach in einem Verein anmelden und los geht’s. Beim Jagen ist die Grundvoraussetzung, einen Jagdschein vorweisen zu können. Dieser kann in einer Jagdschule erworben werden. Doch sind einige Schritte nötig, um diesen ausgehändigt zu bekommen.

1. Geschichte des Jagdscheins

Er ist gar nicht so alt wie man vermutet. Jagen galt bis vor rund 100 Jahren als herrschaftliches Privileg, welches durch die Revolution 1848 zu Fall gebracht wurde. Von dieser Zeit an durfte nur noch auf dem eigenen Grund und Boden gejagt werden. Die Fläche, auf welcher sie ihr Jagdrecht ausüben konnten, wurde limitiert. Der Rest wurde verpachtet und stand dem Staatsjagen zur Verfügung. Hier kamen das erste Mal die Jagdscheine ins Gespräch. Für das Jagen auf diesen Flächen bestand eine Jagdscheinpflicht. Die ältesten überlieferten Jagdscheine stammen aus den 1890er Jahren. War das Jagen zu dieser Zeit noch ein Freizeitvergnügen, vor allem des aufstrebenden Bürgertums, sollte sich dies nach 1945 grundlegend ändern. Ab jetzt durfte nur gejagt werden, wenn eine entsprechend gültige Zulassung zur Jagdausübung vorlag. Ihm ging eine Jägerprüfung voraus, welche zu erteilen des Jagdscheines bestanden werden musste. Besitzer von Jagdscheinen übernahmen damit aber auch Pflichten, wie die Wildtierfütterung. Es wurde ein Gesetz erlassen, in welchem ursprünglich 14 Verbote festgeschrieben waren. Eingeführt wurde ein sogenannter Abschussplan für Schalenwild. Ausgenommen war hiervon das Schwarzwild. In dem Gesetz wurden auch die Jagd- und Schonzeiten festgelegt, die noch heute größtenteils Berücksichtigung finden.

2. Traum von der ersten Jagd

Jeder stellt sich seine erste Jagd anders vor. Doch die meisten Träume gehen so nicht in Erfüllung. Die Jäger müssen dann aufstehen, wenn anderen noch schlafen. Da ist es günstig, bereits am Abend zuvor alles bereitzustellen. Eine Checkliste für einen Jägerrucksack könnte wie folgt aussehen:

Messer
Munition
Taschenlampe
Einmalhandschuhe
Papiertaschentücher
Erste Hilfe Sortiment
Plastiktüten
Dreibein
Optional
Handschuhe
Wärmekissen
Flachmann
Wasser

Aber damit nicht genug, auf die richtige Kleidung kommt es an. Diese ist der Witterung anzupassen und sollte durch ein Fernglas, ein Handy, das Gewehr und weitere nützliche Dinge ergänzt werden.
Nun fehlt nur noch die nötige Geduld und ein bisschen Glück.

3. Vorteile eines Jagdscheines

Wer schon immer die Nähe zur Natur gesucht hat, wird im TV die Serien mit Spannung verfolgen, wenn sich Menschen als Prüfung, in der Wildnis, durchschlagen müssen. Ebenso spannend kann es auf der Jagd zugehen. Dieses Abenteuer lässt sich mit Freunden teilen. Nach jeder Jagd ist man auf jeden Fall um einige Erfahrungen reicher. Nicht zuletzt ist es auch das schmackhafte und köstliche Fleisch, was Lust auf die Jagd macht.

4. Schritte bis zum Erlangen eines Jagdscheins

Grundsätzlich spaltet sich die Ausbildung für die Zulassung zur Jagdausübung in folgende Gruppen.

Schriftliche Prüfung
Mündliche Prüfung
Praktische Prüfung
Schießprüfung

Mindestens 6 Monate vor dem Ablegen der Jagdprüfung muss der Jungjäger 15 Jahre alt geworden sein. Eingelöst werden können die Jagdscheine, wenn die Prüfung erfolgreich bestanden wurde im Alter von 16 bis 18 Jahren. Ausgehändigt bekommen sie den „Jugendjagdschein“. In diesem Alter ist das Jagen allein, auch mit dem Jugendjagdschein, nicht gestattet. Es muss entweder ein Erziehungsberechtigter oder eine Aufsichtsperson die Jagd begleiten. Diese muss wiederum über Erfahrungen bei der Jagd verfügen. Auch wenn eine Gesellschaftsjagd stattfindet, ist der Besitzer des Jugendjagdscheines nicht berechtigt, daran teilzunehmen.

4.1 Vom Gedanken bis zu Umsetzung

Klingt einfach, aber bedarf sehr viel Ehrgeiz und Interesse, denn, wer im Besitz eines Jagdscheines ist, darf mit Waffen umgehen, was ein hohes Maß an Zuverlässigkeit erfordert.
Vor der Anmeldung in einer Jagdschule kann es nicht schaden, sich ein Grundwissen über die Tierarten und deren Verhalten anzueignen. Durch das Jagen wird auch der Wildbestand in unserem Land geschützt.
Die folgenden Themen gehören zu den Grundkenntnissen, welche für Erwerb eines Jagdscheins vorausgesetzt werden:

Kenntnis der Tierarten
Wildbiologie (es gehören neben der Biologie von den einzelnen Wildarten deren Lebensraum und ihre Erkennungsmerkmale, Bestandskenntnisse, dazu)
Verhütung von Wildschaden
Waffentechnik (dieses Gebiet beinhaltet das Führen von Jagd- und Faustfeuerwaffen, deren Handhabung, ihr Gebrauch und die Pflege)
Jagdbetrieb, was die Jagdausübung, sicheres Verhalten während der Jagd, Fanggeräte, artgerechte Haltung und weiters beinhaltet.
Führen von Jagdhunden
Sicherheitsbestimmungen
Wildkrankheiten
Behandlung des erlegten Wildes,

um nur ein paar Beispiele zu nennen.

4.2 Die Jagdschule in der Region

Online kann hierzu schon einmal aufgerufen werden, welche der vielen renommierten Jagdschulen sich in der Nähe befinden. Oftmals werden die Jagdschulen nach Bundesländern geordnet aufgeführt. Das erleichtert die Suche schon einmal kolossal. Dort stehen auch wichtige Informationen über den Ablauf und die anfallenden Kosten. Schaut man sich einmal einen Fragebogen für die schriftliche Prüfung an, kommt man nicht drum herum an die Führerscheinprüfung zu denken. Der Aufbau ist fast der Gleiche. Für Übungszwecke zum Ablegen der Prüfung für die Zulassung zur Jagdausübung sind sie sehr zu empfehlen. Dennoch ist der Besuch einer Jagdschule in jedem Fall ratsam. Zumal es meist in der Perspektive so sein wird, dass man sich in einem Jagdverein anmeldet. Sie haben auch die besten Tipps, in welcher Jagdschule man sich anmelden sollte.

4.3 Führungszeugnis beantragen

Führungszeugnis wird auch polizeiliches Führungszeugnis genannt. Es wird auf grünem Spezialpapier Papier ausgegeben. Markant ist der Bundesadler, welcher aufgedruckt ist. Personen ab 14 Jahren können dieses entweder direkt bei einer örtlichen Meldebehörde, wie dem Rathaus oder dem Bürgerbüro persönlich, aber auch online beantragen. Als Legitimation ist der Personalausweis nötig. Ausgestellt wird das Führungszeugnis von der Dienststelle des Bundeszentralregisters in Bonn. Den Angaben ist im Idealfall zu entnehmen, dass der Antragssteller bisher unbescholten ist. Dies wäre die optimale Ausgangslage für das Erlangen der Zulassung zur Jagdausübung. Ein nationales Führungszeugnis, welches 13,00 Euro kostet, ist für den Jagdschein ausreichend. Das internationale Führungszeugnis kostet 17,00 Euro. Von der Antragstellung bis zur Aushändigung können 1 – 2 Wochen vergehen.

4.4 Besuch der Jagdschule

Wie fast alles, können die Prüfungen zu dem Erwerb von Jagdscheinen auch online abgelegt werden. Doch davon ist abzuraten. Das Wissen, welches in einer Jagdschule vermittelt wird, kann hier nicht erworben werden.

4.5 Ausbildungsinhalte

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Ausbildungsinhalten sollten noch die Wildschadensverhütung, das Waffenrecht, der Tierschutz, der Jagdschutz, die Hygiene beim Wildbret und auch der Naturschutz und die Landschaftspflege angeführt werden. Neben diesen theoretischen Bereichen steht bei der praktischen Ausbildung die Schießausbildung im Mittelpunkt. Erlernt wird der sichere Umgang mit der Jagdwaffe und auch den Kurzwaffen, wie die Pistole und dem Revolver. Trainiert werden die Jagdscheinanwärter auch im Umgang mit den Langwaffen auf dem Schießstand. Bei den Langwaffen sind es die Büchsen mit den Kugeln und die Flinten mit dem Schrot.
Wissen über die Jagdorganisation und die Flora und Fauna werden durch Reviergänge vertieft. Die meisten Jagdschulen bilden hierfür kleinere Lerngruppen. So kann der Unterrichtsstoff noch einmal intensiviert werden.

4.6 Formen der Jagdkurse

Sehr beliebt und zugleich erfolgreich sind die angebotenen Wochenendkurse. Die Ausbildung wird vorzugsweise mit bis zu 15 Teilnehmern durchgeführt. Zwischen 8 – 10 Wochenenden dauern Kurse für die Treibjagd. Angeboten werden auch Kurse für die Jagdscheine. Dafür ist eine Gesamtvorbereitungszeit von 6 Monaten vorgesehen. Bei dem umfangreichen Wissen, welches man sich aneignen muss, gehört natürlich auch noch eine Zeit des Selbststudiums.

Generell gibt es,

Einzelunterricht
Blockkurse (2-3Wochen)
Kombinationskurse (3 Wochenenden plus 1 Woche)
Wochenendkurse (6-8 Wochenenden)
Langzeitkurse (3-4 Monate)

4.7 Prüfung ablegen und Jägerbrief in Empfang nehmen

Bisher klang alles noch ganz interessant und relativ einfach. Doch aufgepasst. Die Jägerprüfung gilt als einer der schwersten Prüfungen überhaupt. Hat man sie erfolgreich abgelegt, erhält man das „grüne Abitur“. Es kann also festgehalten werden, dass man den Jägerbrief nicht „geschenkt“ bekommt. Im Alter von 15 bis 18 Jahren gibt es den Jugendjagdschein, mit welchem einem eine selbstständige Jagd noch nicht möglich ist. Ist die Volljährigkeit erreicht, kann ohne eine weitere Prüfung, der normale Jagdschein, beantragt bzw. eingetauscht werden. Der Inhalt der Prüfung ist nämlich der Gleiche.

Die folgenden Bedingungen sind zu erfüllen, um zur Prüfung zugelassen zu werden:

Die Anmeldung zur Prüfung muss zwei Monate vor der schriftlichen Prüfung bei der
zuständigen Jagdbehörde schriftlich vorliegen. Der Bewerber hat keinen Einfluss darauf, bei welcher Prüfstelle er zu Prüfung zugelassen wird. Dem schriftlichen Antrag sind die folgenden Unterlagen beizufügen:

Ausbildungsnachweis
Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters bei minderjährigen Prüflingen
Einzahlungsnachweis der Prüfungsgebühr

Teilweise wird außerdem noch ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis verlangt. Ob dies für die Prüfstelle erforderlich ist, muss individuell erfragt werden.
Handelt es sich um Wiederholungsprüfungen, sind diese Unterlagen nochmals zu ergänzen.
Angaben auf dem Antrag sind wahrheitsgemäß zu machen. Werden Gründe bekannt, die gegen eine Zulassung zur Prüfung sprechen, kann die Zulassung zur Prüfung widerrufen werden.

Es gibt auch Gründe, weshalb ein Bewerber nicht zur Prüfung zugelassen wird. Dies erfährt er, da er einen schriftlichen Bescheid erhält. Gründe, welche dazu führen können sind, dass die Unterlagen entweder nicht vollständig oder verspätet eingereicht wurden. Liegt die Ausbildung länger als 3 Jahre zurück, kann die Zulassung versagt werden. Ebenso, wenn zu Beginn der Prüfung das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht wurde.

4.8 Passfotos fertigen, Termin bei der unteren Jagdbehörde vereinbaren und die Zulassung zur Jagdausübung „in Auftrag geben“

Endlich die Prüfung ist geschafft. Nun ist es an der Zeit Passfotos für den Jagdschein zu machen. Gleichzeitig ist ein Termin bei der unteren Jagdbehörde zu beantragen. Da es, wie gleich zu lesen, diverse Jagdscheine gibt, ist dieser dort in Auftrag zu geben.

Für Deutschland können drei Arten von Jagdscheinen beantragt werden.

Jahresjagdschein
Tagesjagdschein
Jugendjagdschein

Der Beginn des Jagdjahres ist der 01. April. Im folgenden Jahr, am 31. März, endet das Jagdjahr. Wurde die Prüfung bestanden, kann der Jahresjagdschein, welcher eine Gültigkeit von maximal drei Jahren hat, beantragt werden. Wiederum sind die Kosten in den Ländern hierfür unterschiedlich. Wird der Jahresjagdschein für ein Jahr gelöst, sind es knapp 100 Euro. Wer jedoch gleich die Zulassung zur Jagdausübung für drei Jahre löst, spart in der Regel Geld ein, da sie dann schon teilweise weniger als 200 Euro kostet.
Nicht wie zu erwarten, hat der Tagesjagdschein nur einen Tag seine Gültigkeit. Mit dem Tagesjagdschein kann, 14 Tage lang auf die Jagd gegangen werden. Es zählt der Tag der Ausgabe für diese 14 Tage. Um die 30 Euro sind für den Tagesjagdschein einzuplanen. Keine Wahl haben die Jäger, welche die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben. Sie haben nur die Möglichkeit einen Jugendjagdschein für rund 36 Euro zu lösen.
Der Vollständigkeit halber sollten noch der Ausländerjagdschein und der Falknerjagdschein erwähnt werden.

5. Kosten für einen Jagdschein

Prinzipiell kann keine pauschale Aussage zu den Kosten getroffen werden, da sie sich bei den einzelnen Anbietern bzw., Jagdschulen unterscheiden. Folgendes soll daher nur als ein Beispiel mit einem Durchschnittswert dienen.

Die Kosten setzen sich aus der Lehrgangsgebühr, der Schießausbildung und der Prüfungsgebühr zusammen.
Für den Kurs bzw. den Lehrgang können Preise zwischen 990 Euro bis 2.200 Euro einkalkuliert werden. Es finden Lehrgänge statt, welche von professionell geschulten Mitarbeitern durchgeführt werden. Das Lern- und Lehrmaterial ist bei diesem Beispiel in diesen Kosten inbegriffen, da sie ganz speziell für diese Lehrgänge entwickelt wurden.
Die Schießausbildung kostet zwischen 120 Euro bis 250 Euro. Genutzt für die Schießübungen werden Schießstände in der Nähe. Wichtig ist bei der Wahl der Jagdschule, dass diese Schießstände auch der Standort für die Prüfung ist. Somit kann sich der Prüfling wesentlich besser auf die Prüfung vorbereiten und es ist für ihn ein gewohntes Terrain.
Genauere Aussagen lassen sich zu den amtlichen Prüfungsgebühren treffen. Sie belaufen sich auf 210 Euro. Für die staatliche Jägerprüfung werden 3 Teilprüfungen abgelegt. Es handelt sich um die schriftliche Prüfung, die Schießübung und die mündlich-praktische Prüfung. Da das Gebiet für einen Tag zu umfangreich ist, werden die Prüfungen auf zwei aufeinanderfolgende Tage abgelegt. Begonnen wird meist mit der Schießübung und der schriftlichen Prüfung am ersten Prüfungstag. Es schließt sich die mündlich-praktische Prüfung am nächsten Tag an.

Addiert bedeutet es für dieses Beispiel:

Lehrgangsgebühr 990 – 2.200 Euro
Schießausbildung 150 – 250 Euro
Prüfungsgebühr 210 Euro

Gesamtsumme: 1.350 – 2.660 Euro

In diesen Kosten sind allerdings keine Anschaffungskosten, keine Fahrtkosten und keine Übernachtungskosten enthalten.

6. Unterschiede zwischen den Bundesländern

Im Jahr 2001 waren es 255 Jagdschulen, welche in Deutschland auf der Webseite www.jagdschulatlas.de, gelistet waren. In jedem Bundesland sind Jagdschulen zu finden. Die Unterschiede bezüglich der Preise und auch der Ausbildung wurden schon mehrfach angesprochen. Sieht man sich im Internet um, wird man Antworten auf die Frage finden, in welchem Bundesland die Ausbildung am einfachsten ist, am schnellsten geht und am wenigsten kostet. Als besonders günstig wurde Mecklenburg-Vorpommern empfohlen.
Ein gravierender Unterschied zwischen den Bundesländern ist im Nachweis über einen besuchten Ausbildungslehrgang zu sehen. In der Vielzahl, nämlich in 11 der Bundesländer, sind solche Vorbereitungslehrgänge vorgeschrieben, um sich zur Prüfung anmelden zu können. In den Bundesländern,

Berlin
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen
Sachsen-Anhalt

besteht diese Pflicht nicht.

7. Zahlen und Fakten zum erfolgreichen Bestehen der Jagdprüfung

Wie die folgenden Zahlen zeigen werden, liegt die Jagd in Deutschland voll im Trend. So waren es laut dem Deutschen Jagdverband 2014 in Deutschland 13.558 Personen, welche sich für die Prüfung zum Jagdschein angemeldet haben. Im Jahr 2015 waren es bereits 14.404 Teilnehmer. Nur rund 15 % haben die Prüfung nicht bestanden. Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, dass es im Saarland nur 8 % der Prüflinge und in Nordrhein-Westfalen lediglich 9 % der Interessenten waren, die im ersten Anlauf den Jagdschein nicht erhalten haben. In Brandenburg wurde davon gesprochen, obwohl es nicht ganz einfach ist, die Jagdprüfung zu bestehen, dass es 84 % Jägerprüflinge waren, welche es auf Anhieb schafften. Im Vergleich dazu haben im ersten Anlauf nur 75 % Führerscheinprüflinge ihren Führerschein erhalten.

8. Nach erfolgreich bestandener Prüfung

Zum Termin bei der unteren Jagdbehörde sind 2 Lichtbilder, das Zeugnis über die erfolgreich absolvierte Jägerprüfung sowie die Versicherungskarte für die Jagdhaftpflichtversicherung mitzunehmen. In der Regel ist die Gebühr für das Einlösen in bar zu entrichten.

Zur ersten Ausrüstung nach bestandener Prüfung gehört ein Jagdmesser. Bereits unter 40 Euro kann ein gutes Messer mit feststehender Klinge erworben werden. Auf die Qualität ist unbedingt zu achten. Auf keinen Fall darf das Fernglas fehlen, um das Wild auf eine größere Entfernung zu entdecken. Hier muss man allerdings schon etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. 2.000 Euro kann schon ein Modell kosten. Es geht aber für den Anfang auch günstiger. So sollte man sich in dem Preissegment von 400 Euro – 500 Euro umsehen. Für die passende Jagdbekleidung sollten nochmals etwa 300 Euro bis 400 Euro einkalkuliert werden. Nun zum „wichtigsten“ Teil, der ersten Jagdwaffe. Es bietet sich hierfür ein Gewehr an. Doch auch bei diesen Preisen muss man erst einmal schlucken. Wiederum sind 1.000 Euro dafür gar nicht viel.

Tipp:

Viel günstiger kann man sein erstes eigenes Jagdgewehr gebraucht erwerben. Doch dafür sollte man sich an Anbieter wie,

Frankonia
Hubertus
Fieldsport

wenden.

Hierbei sind die Vorschriften bezüglich der Aufbewahrung, wie im Waffenschrank, zu beachten. Bei dem Erwerb ist davon die zuständige Polizeibehörde in Kenntnis zu setzen. Ob noch weitere Unterlagen als die Kopie des gültigen Waffenscheins, dem Personalausweis und Angaben bzw. Fotos zu Waffe und zum Waffenschrank eingereicht werden müssen, wissen die Fachhändler.

9. Vor der ersten Jagd

Klingt eigentlich ganz prima. Den Schein in der Tasche, gut gerüstet und los geht’s. Doch so einfach ist der erste Pirschgang doch nicht. Lange wurde auf den Augenblick gewartet, endlich dem Wild „Aug in Aug“ gegenüberzustehen und es zu erlegen. Doch die Theorie in die Praxis umzusetzen, ist für viele Jungjäger gar nicht so simpel, wie gedacht. Gewehr geladen und abgedrückt, funktionierte nicht. Zum einen war es die Aufregung und zum anderen hatten einige Besitzer von Jagdscheinen beim ersten Schuss im wahrsten Sinne des Wortes „Ladehemmungen“. Diese Erfahrungen mussten viele machen und konnten es nicht verstehen. Deshalb gibt es auch Möglichkeiten nach bestandener Prüfung sich Praxis anzueignen, ehe es das erste Mal allein zur Jagd geht. Es gibt für die „Jungjäger“ ein sogenanntes Lehrrevier. Dort hat er die Möglichkeit, sein erworbenes Wissen zu vertiefen und seine erlangten Fähigkeiten zu festigen. In vielen Bundesländern wird eine solche Möglichkeit angeboten. Binnen kürzester Zeit, nach Einweisung von erfahrenen Jägern, stellt sich bei vielen an der Jagd interessierten Menschen, die ihre Prüfung noch vor nicht allzu langer Zeit erfolgreich abgelegt haben, auch der Jagderfolg ein. Das erlegte Wild konnte so in kürzester Zeit fachgerecht aufgebrochen werden. Anschließend wurde es vorbereitet, dass es für das Einfrieren daheim bereit war.

10. Traditionen der Jagd

Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch bei der Jagd einige Bräuche, welche den Jungjägern nicht ganz unbekannt sein sollten. Es beginnt mit der Begrüßung. Gehört haben es die meisten schon einmal. Weidmannsheil und Weidmannsdank sind die ersten beiden Worte, wobei Weidmannsheil auch verwendet wird, wenn ein Jäger zu seiner Beute beglückwünscht wird. Den Jäger konnte man bisher schon an seiner Kleidung erkennen. Es gehört auf jeden Fall eine Kopfbedeckung, wie ein Hut, dazu. Dieser dient zur Befestigung der Jagdtrophäen. Weitgehend musste das Jägeroutfit Kleidung weichen, die praktischer ist. Warnwesten sind bei Gesellschaftsjagden aus Sicherheitsgründen sogar Vorschrift.
Wichtig ist auch das richtige Verhalten gegenüber dem erlegten Wild. Für das Aufbrechen bzw. Ausweiden des Tieres sind es einige Brauchtumsvorschriften, welche allerdings nur noch bei der Gesellschaftsjagd Anwendung finden, die es zu beachten gilt. Ist die Jagd vorbei, wird die durch ein Jagdhornsignal mitgeteilt. Für das Ende steht in der Jägersprache Halali.

10. Fazit

Obwohl meist von den Jägern die Rede ist, sind es immer mehr Mädchen und Frauen, welche sich für dieses Hobby interessieren. Die Tendenz ist erfreulicherweise steigend. Gleich zu Beginn sei gesagt, dass es sich um eine Freizeitbeschäftigung handelt, die nicht ganz preiswert ist und ein Wissen voraussetzt. Doch es macht Spaß, bei welchem sogar die Umwelt profitiert. Der Wildbestand in Deutschland muss durch die Jagd reguliert werden. Es ist jedes Mal ein Abenteuer, welches mit viel Spannung verbunden ist. Der Lohn nach der Wartezeit ist eine schmackhafte Mahlzeit, denn Wild gehört zu Delikatessen. Einen gespickten Rehrücken oder ein Wildschweinbraten kaufen sich die anderen Menschen teuer in Fachgeschäften für die Feiertage.
Wer ernsthaft in Erwägung zieht sich für die Jagdprüfung anzumelden, kann diese, obwohl sie recht schwierig ist, beim ersten Anlauf bestehen. Beim Eintritt in einen Jagdverein sind das Jagen in Gesellschaft und die Jagdveranstaltungen ein Höhepunkt in dem teilweise tristen Alltag. In diesem Sinne Weidmannsheil.