Forstschule | Motorsägenkurs | KettensägenscheinDer Kettensägenschein bringt Hobbyisten und Profis weiter!

Schon mit wenigen Handgriffen kann man wahre Kunstwerke erschaffen – wenn man den Umgang mit der Motorsäge in einem Kettensägenschein gelernt hat. Ohne Ausbildung dagegen kann das Gerät schnell zur Gefahr werden – nicht nur für Sie selbst, sondern auch für andere. Deshalb solltest Sie vor dem Sägen mit einer Kettensäge den richtigen Gebrauch erlernen und einen „Kettensägenschein“ machen. Bei solch einem Kurs bekommen Sie alle theoretischen und praktischen Kenntnisse über das Gerät vermittelt und erhalten am Ende der Ausbildung einen Qualifikationsnachweis: Ein Zertifikat und den Motorsägenausweis. Solch ein Nachweis ist zum Beispiel erforderlich, wenn Sie in einem Staatsforst arbeiten möchten. In von der PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifizierten Forsten wird der Schein seit 2013 ebenfalls gefordert.

Wichtig bei der Wahl des Kurses ist Ihre Zielsetzung: Dient der Kurs der beruflichen Weiterbildung oder wollen Sie zum Beispiel Feuerholz für den Kamin zurechtsägen? Gerade unter dem Gesichtspunkt der ständig steigenden Energiekosten ist dieser Trend zunehmend aktuell. Für beide Fälle gibt es professionelle Kursangebote mit geprüften Fachdozenten, die seit vielen Jahren für eine umfangreiche Ausbildung und praxisnahe Schulungen stehen. 

Bei Wildmaster gibt es eine Liste der besten Anbieter für Kettensägenscheine.

Motorsägenschein & Kettensägenschein

Theorie & Praxis: Hier fliegen Späne

Für Privatpersonen ist der zweitägige „Motorsägenkurs für Brennholzselbstwerber“ konzipiert. Dieser Kurs ist ideal für Privatpersonen, die sich ihr Brennholz selber sägen Hier lernst Sie, Säge- und Fällarbeiten im „Schwachholz“ zu verrichten. Schwachholz wird beim „durchforsten“ gesammelt oder gesägt. Es handelt sich dabei um Stämme mit geringem Durchmesser, die zum Beispiel von der Industrie nicht weiterverarbeitet werden können. Der Kurs für Brennholzselbstwerber dauert zwei Tage, kostet etwa 100 Euro und enthält einen theoretischen und einen praktischen Teil. Am ersten Tag lernst Sie alles Wichtige zur Unfallverhütung. Außerdem erhalten Sie allerlei Informationen über das Gerät und dessen Handhabung. Am zweiten Tag fliegen dann die Späne: Sie probieren Fälltechniken und Schnitttechniken aus und lernen viel über die verschiedenen Holzarten.

Außerdem gibt es drei Kurse, die sich auch und vor allem an gewerbliche Nutzer wenden und jeweils 5 Tage in Anspruch nehmen: Den „Motorsägenkurs Arbeitssicherheit – Baum I“, den „Motorsägenkurs Arbeitssicherheit – Baum II“ und den „Basiskurs Seilklettertechnik SKT A“. Diese Kurse kosten zwischen 400 und 600 Euro. Bei allen genannten Kursen ist die Übernachtung in der Nähe des Schulungsortes erforderlich. Fragen Sie am besten, ob im Rahmen des Kurse eine Schutzausrüstung gestellt wird. Das ist meistens nicht der Fall und der Grund dafür ist einfach. Die Schutzausrüstung ist Teil der Unfallverhütungsvorschrift und wird somit bei jedem Benutzen der Kettensäge benötigt. 

Darüber hinaus gibt es den „Sägekurs für die Industrie“, der für Industriebetriebe gedacht ist, die Mitarbeiter mit Motorsägen einsetzen. Außerdem wird der „Motorsägenkurs nach DGUV“ angeboten, der für öffentliche Dienste, Straßenbetriebsdienste, Hausverwaltungen und Unternehmen der Park- und Gartenpflege geeignet ist, deren Mitarbeiter für den Arbeitseinsatz Motorsägen bedienen können müssen. Auch bei diesen Kursen sind zwei Tage einzuplanen.

Vorbereitung auf den Kettensägenkurs

Für einen Kettensägenschein muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Angeboten wird der Kettensägenschein zum Beispiel von allen Forstverwaltungen bundesweit, aber auch von Fortbildungsstätten, die durch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst & Gartenbau (SVLFG) begutachtet werden. Scheine, die vom KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V.) ausgestellt wurden, gelten drei Jahre. Für die Kurse „Seilklettertechnik SKT A“ und „Seilklettertechnik SKT B“ ist das Erwerben des Ersthelfernachweises erforderlich. Außerdem sollte vor Beginn des Kurses festgestellt werden, ob Sie „fit“ für den Umgang mit der Motorsäge sind: Wenn Zweifel an der körperlichen und geistigen Eignung bestehen, muss der Ausbilder eine arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung veranlassen. Viele Kursanbieter verlangen schon vor Beginn des Lehrganges eine arbeitsmedizinische Untersuchung, die zu Beginn des Unterrichts vorzulegen ist.

Motorsägenschein & Kettensägenschein

Wie läuft der Motorsägenkurs ab?

Die Motorsägenkurse teilen sich grundsätzlich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Pro Ausbilder dürfen beim praktischen Unterricht maximal 6 Personen ausgebildet werden. Idealerweise befinden sich nur 4 Teilnehmer in einer Gruppe. In der Theorie werden die Teilnehmer zunächst in die Unfallverhütungsvorschriften eingewiesen – der Schutz der Gesundheit steht schließlich an erster Stelle. Dazu gehört auch die Verwendung der persönlichen Schutzausrichtung, die beim Sägen stets zu tragen ist.

Außerdem lernen Sie am ersten Kurstag die Grundlagen kennen, zum Beispiel alles über das Arbeitsgerät: Wie ist eine Motorsäge aufgebaut, wie funktioniert sie? Wie und womit tanke ich eine Motorsäge auf? Die sachgemäße Pflege und Wartung und die richtige Handhabung der Kettensäge stehen außerdem im Mittelpunkt. In Kursen für den professionellen Einsatz, zum Beispiel im Lehrgang „Arbeitssicherheit Baum I“ gehören außerdem die Vermittlung von Kenntnissen über das Handwerkszeug, Hilfsgeräte- und Mittel und sichere Aufstiegsmittel dazu.

Im Lehrgang „Arbeitssicherheit Baum II“ lernen Sie außerdem, welche Sicherungsmaßnahmen beim Arbeiten im Korb notwendig sind und was bei anderen Aufstiegsmöglichkeiten zu beachten ist – zum Beispiel beim Aufstieg mit der Hubarbeitsbühne. Beim Sägekurs für die Industrie gehören zum theoretischen Teil auch die Vermittlung von Informationen zum Arbeiten mit Druckluftsägen, Spezialmotorsägen und der theoretische Wissensabgleich zum Lehrplan dazu.

Im praktischen Teil der Ausbildung geht es im „Brennholzkurs Selbstberwerber“ zunächst darum, die Spannungen der verschiedenen Holzarten beurteilen zu können. Jede Baumart ist anders und hat seine Besonderheiten, die beim Schnitt beachtet werden müssen. Danach werden Ihnen verschiedene Schnitttechniken und Fälltechniken und Kenntnisse über Fallkerb, Bruchleiste und Bruchstufe vermittelt. Beim Motorsägenlehrgang „Arbeitssicherheit Baum I“ beginnt der praktische Teil mit der Arbeitsvorbereitung und der Ermittlung der Einsatzbedingungen vor Ort. Der Fachmann spricht hier von der „Baumansprache“ – dabei wird die Situation vor Ort unter Augenschein genommen, die Beschaffenheit des Baumes beurteilt und die mögliche Fallrichtung festgelegt.

Hat man sich ein Bild von den Voraussetzungen am Arbeitsort gemacht, erlernt man, die Sicherheit des Baumes beurteilen zu können und entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu treffen oder die Baustelle sogar entsprechend absichern zu können. Zum Beispiel definiert man den Gefahrenbereich: dabei zieht man eine gedachte kreisförmige Fläche um den zu fällenden Baum und nutzt dabei den Radius der doppelten Baumlänge. Waldwege oder Wanderwege müssen abgesperrt werden – bei öffentlichen Straßen muss man sogar einen Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung beim zuständigen Landratsamt stellen.

Zudem gehört zur praktischen Ausbildung dazu, wie man Maschinen und Geräte für den Einsatz bereitstellt und das Personal entsprechend des Auftrages einsetzt. Sie lernen, wie Kompetenzen und Verantwortungsbereiche vor Ort klar aufgeteilt werden und wer vor Ort Weisungsbefugnis hat. Denn arbeiten mehrere Menschen im gleichen Bereich mit Kettensägen, ist es erforderlich, dass die einzelnen Arbeitsschritte koordiniert werden, damit die Arbeiter sich nicht gegenseitig stören oder sogar gefährden. Außerdem erlernen Sie die situationsspezifische Auswahl geeigneter Maschinen und Geräte und die Beurteilung von Bäumen und Baumfällung von Schwachholz und Starkholz.

Im Motorsägenlehrgang „Arbeitssicherheit Naum II“ erlernen Sie in der Praxisausbildung außerdem folgende Fertigkeiten: Wie führt man eine Baumsicherheitskontrolle durch? Wie schätzt man Gefährdungen richtig ein? Wie setzt man Betriebsanweisungen um? Außerdem stehen auf dem Programm Rettungsübungen mit der Notsteuerung, Schnittübungen in der Baumkrone und verschiedene Schnitttechniken wie Trennschnitt, Stufenschnitt, Kerbschnitt und Gegenschnitt.

Zu guter Letzt lernt man einfache Abseilmethoden, damit man sicher wieder auf den Boden gelangt. Der praktische Teil im Kettensägenschein für die Industrie beinhaltet außerdem folgenden Lehrplan: Sie lernen, die Einsatzmöglichkeiten von Motorsägen entsprechend des zu bearbeitenden Werkstoffes zu beurteilen. Außerdem erhalten Sie eine Fachberatung zur notwendigen Schutzkleidung, erlernst Sicherungsmethoden für die Aufarbeitung des zu sägenden Werkstoffes, Schnitttechniken und Aufarbeitungsmöglichkeiten. Im Rahmen der praktischen Ausbildung werden Sie auf mögliche Gefahrensituationen im Industriebetrieb hingewiesen. Vor allem für den praktischen Teil ist bei allen Kursen die entsprechende Schutzkleidung wichtig. Sie besteht aus Schnittschutzhandschuhen, einem Forstschutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, einer Schnittschutzlatzhose und Sicherheitsstiefeln. Die meisten Kursanbieter verleihen Schutzkleidung, bei vielen Anbietern kann man sie auch nach dem Lehrgang kaufen.

Wer darf den Kettensägenschein ausstellen?

Grundsätzlich wird der Kettensägenschein von einem zertifizierten Fachbetrieb bzw. Coach vorgenommen, der eine oder mehrere der folgenden Prüfsiegel für die verschiedenen Anforderungen vorweisen kann. Da gibt es zum einen das Siegel „begutachtete Fortbildungsstätte“. Ausgestellt wird dieses Prädikat durch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst & Gartenbau (SVLFG). Damit wird der Nachweis erbracht, dass es sich bei dem Ausbilder um eine begutachtete Fortbildungsstätte für AS Baum I-Kurse und AS Baum II-Kurse handelt. Unternehmen und Ausbilder mit diesem Siegel verfügen über das Know-How und die Fachkunde, gefährliche Baumarbeiten gemäß der Unfallverhütungsvorschrift DGUV 1214-059 durchzuführen.

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Außerdem gibt es das Gütesiegel für Motorsägenanbieter, das den hohen Ausbildungsstandard des Betriebes nachweisen soll. Diese Auszeichnung wird vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik ausgestellt. Das dritte Kriterium bei der Auswahl eines Ausbildungsbetriebes oder Coaches: Überprüfen Sie, ob der von Ihnen gewählte Betrieb eine Qualitätszertifizierung nach DIN EN ISO 9001;2008 besitzt. Diese Prüfplakette zeigt, dass der Betrieb über ein eigenes Qualitätsmanagement-System verfügt und nach Vorgaben für alle einzelnen Arbeitsschritte arbeitet.

Außerdem wichtig: Besitzt der Betrieb eine Trägerzertifizierung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV)? Dann haben Sie alles richtig gemacht: Ein Betrieb mit dieser Zulassung ist zertifizierter Bildungsträger von Seminaren zur Förderung der beruflichen Weiterbildung. Solche Fortbildungen werden also von der Agentur für Arbeit anerkannt, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen durch das Sozialgesetzbuch III erfüllt sind. Schließlich ist die GQA-Gütezertifizierung ein Qualitätsmerkmal. Betriebe mit diesem „Stempel“ weisen nach, dass sie die personellen, fachlichen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen besitzen, um ein Unternehmen in Fragen des Arbeitsschutzes qualifiziert und umfassend zu beraten.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat zudem verschiedene Kriterien festgelegt, nach denen Betriebe für den Kettensägenschein ausbilden dürfen. Es müssen zunächst alle technisch-materiellen Voraussetzungen erfüllt werden: Die eingesetzten Maschinen und Geräte müssen auf dem Stand der Technik sein. Weiter geht die DGUV davon aus, dass ein Betrieb pro Jahr mindestens 30 Teilnehmer aus- und fortgebildet haben muss, um die nötige Routine und Erfahrung nachweisen zu können. Sie sollten bei dem Ausbilder Ihrer Wahl auch darauf achten, dass der Betrieb detaillierte Lehr- und Stundenpläne nutzt. Jeder Ausbilder muss die Kursteilnehmer für die Kontrolle des Lernerfolges befragen und die Ergebnisse dokumentieren. So wird sichergestellt, dass der Teilnehmer auch aufgepasst und das entsprechende Wissen verinnerlicht hat.

Am Ende des Kurses muss ein Zertifikat ausgehändigt werden, aus dem hervorgeht, dass das Lehrgangsziel erreicht wurde. In dieser Urkunde sollte auch der Inhalt und der Umfang der absolvierten Ausbildungsschritte beschrieben sein. Die DGUV fordert, dass die Teilnehmer bei praktischen Übungen ständig von einem Ausbilder überwacht werden, damit in gefährlichen Situationen sofort eingegriffen werden kann. Gute Ausbilder verfügen über ständig aktualisiertes Fachwissen, entsprechende handwerkliche Fertigkeiten und pädagogische Kenntnisse zur Wissensvermittlung. Diese Kriterien werden unter anderem von Forstwirtschaftsmeistern, erfahrenen Forstwirten mit berufs- und arbeitspädagogischer Ausbildung, Gärtnermeistern mit Berufspraxis und nachgewiesenem Tätigkeitsschwerpunkt in der Fällung und Aufarbeitung erfüllt. Ausbilder müssen als Ersthelfer ausgebildet sein und für die berufsbezogenen Kettensägenscheine über eine Befähigung zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen verfügen.

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