Guter Jäger = Guter Schütze

Wir erklären, warum Schießtraining wichtig ist und wo man die besten Anbieter findet

Viele Jäger sind der Ansicht, nach einem anfänglichen Schießtraining sei der Ausbildung am Gewehr Genüge getan. Den Rest könne man sich auf der Jasgd erarbeiten. Doch jeder Jäger sollte sich typische Schießtechniken für verschiedene Waffentypen und jagdliche Situationen durch regelmäßiges Training aneignen.
Schießtraining
Auch die theoretischen Kenntnisse über das Hantieren mit Jagdwaffen sind wichtig – vor allem, wenn etwas nicht so klappt, wie es soll. Das sichere Hantieren mit der Jagdwaffe minimiert die Unfallgefahr. Zweitens ist sicheres Treffen für einen Jäger unerlässlich. Vor allem in Krisensituationen oder bei unerwarteten Ereignissen zahlen sich regelmäßiges Üben und daraus entstandene Routine aus.

Warum ist es als Jäger wichtig, regelmäßig ein Schießtraining zu besuchen?

Man sollte sich klarmachen: Die optimale Schießfertigkeit eines Könners kann erst nach zehn oder fünfzehn Jahren des beständigen Schießtrainings erreicht werden. Bei manchen Jägern tritt die Bestleistung im Schießen früher ein, bei anderen später. Sie manifestiert sich beispielsweise dadurch, dass man aus einer Rotte Wildschweine gleich mehrere Tiere erlegen kann und nicht nur eines.

Schießtraining

Wie schnell man bezüglich der Schießfertigkeit wieder abbaut, ist individuell verschieden. Es hängt nicht unbedingt vom Alter ab, sondern eher von der stetigen Übung mit der Jagdwaffe. Jäger, die häufig ein Schießtraining absolvieren, profitieren von der daraus gewonnenen Routine und der Häufigkeit, mit der sie ihre Waffe anlegen. Auch das spricht für regelmäßiges Schießtraining. Entsprechende Kurse werden für Anfänger wie für Fortgeschrittene angeboten.
Zunächst einmal für einen Jäger die Wahl der richtigen Waffe wichtig. Vielfach werden Neulinge hier falsch beraten. Mit der zum Jäger und zur Jagdart passenden Waffe regelmäßig zu trainieren, führt mit der Zeit zu einer verbesserten Schießleistung. Man gewöhnt sich beim Schießtraining an das Gewicht und das Verhalten der Waffe beim Schuss. Man kann den Rückschlag und den Verzug deutlich besser einschätzen. Diese werden bei größeren Kalibern unter anderen durch das Gewicht der Jagdwaffe beeinflusst. Bei leichten Kalibern kommt es schneller zum Verreißen der Waffe – dem sogenannten „Mucken“ – als bei schweren.

Jeder Jäger sollte durch Training sicherstellen, dass er ein guter Jäger wird. Sein waidmännisch korrektes Verhalten sollte ebenso gewährleistet sein wie seine Konzentrationsfähigkeit, das richtige Einschätzen der Wildbewegung oder die Beherrschung aller Tätigkeiten, die das Hantieren mit einer Waffe erfordert. Die Handhabung der Waffe, die Qualität von Distanzschüssen oder die Konzentration beim Schießen werden durch regelmäßiges Training sichergestellt. Je besser der Schuss sitzt, desto weniger Nachsuche ist nötig. Handgriffe wie das Laden und Entladen, die Bedienung von Spann- und Umschalthebeln oder die Sicherung der Waffe sollten im Schlaf beherrscht werden.

Beim Schießen kann es zu waffenbedingten Problemen kommen. Aber auch der Jäger selbst kann Fehler machen. Viele davon sind durch regelmäßiges Training an der Waffe vermeidbar. Stress-Situationen lassen sich durch Übung leichter lösen. Von der Behebung einer Ladehemmung bis zur falschen Haltung beim Schuss kann man einiges lernen. Außerdem bietet es sich je nach Jagdwild an, aus verschiedenen Positionen heraus zu schießen, beispielsweise aus dem Stand oder im Kniesitz. Der sichere Schuss wird unter anderem durch das Abzugssystem beeinflusst. Das Training mit verschiedenen Abzügen kann zu der Erkenntnis führen, dass man zukünftig einen anderen Anzug vorzieht. Abzüge mit Stecher setzt man heute nicht mehr ein. Stattdessen kann man zwischen Druckpunkt-, Match- oder Direktabzügen wählen.

Was macht man bei einem Schießtraining?

Bevor man mit seiner neuen Waffe auf die Jagd geht, sollte man sie am Schießstand richtig einschießen. Erst, wenn man seine Waffe eingeschossen hat und kennt, darf man damit auf die Pirsch gehen. Anfänger sollten neben dem Munitionswechsel auch das Halten der Waffe in verschiedenen Stellungen und Positionen süben. Dadurch kann man zum Beispiel die Treffpunktabweichung besser abschätzen. Insbesondere, wenn man mehrere schnelle Schüsse hintereinander abgibt, kann die Treffpunktabweichung größer ausfallen. Die Führhand darf beim Schuss nicht verkrampfen.

Die beste Schussposition ist die, bei der beide Arme sicher aufliegen. Das ist jedoch nur beim Schießen von einem Hochsitz, einem Schirm oder Ansitzbock sichergestellt. Auch für alle anderen Arten des Abschusses muss die Treffsicherheit durch regelmäßige Übung sichergestellt werden. Geübt werden kann der Waffengebrauch am Schießstand bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, zum Beispiel bei Nebel, in der Dämmerung oder nachts.

Bei der Pirsch schießt man aus dem Stand. Man bedient sich eines Zielstocks, eines Zweibeins oder eines Astes. Dabei müssen die Entfernung und die Bewegungsgeschwindigkeit des Wildes mit eingerechnet werden. Beim Knien kann der Führarm des Jägers auf dem Knie aufgelegt werden. Das Schießen im Liegen wird hierzulande eher selten verwendet. Doch auch dann sollte die Armauflage sichergestellt werden. Das freihändige Schießen ist bei der Pirsch zu vermeiden, weil die Treffsicherheit leidet. Hiervon kann man sich beim Schießtraining überzeugen. Die freihändige Art des Schießens wird vor allem bei der Drückjagd verwendet. Bewegliche Ziele erfordern Schusspositionen, bei denen man steht und freihändig anlegt. Im Schießstand trainiert man das am „laufenden Keiler“. Problematisch ist hierbei, dass man nie weiß, aus welcher Richtung und mit welchem Tempo das Wild auf einen zukommt. Es kann eine ganze Rotte Wildschweine im Anmarsch sein, die aus unterschiedlichen Winkeln durch den Wald brechen. Daher ist es sinnvoll, das Drückjagdschießen immer wieder zu üben. Größtmögliche Schießsicherheit ist bei der Drückjagd unerlässlich. Selbst das Atmen beim Schießen will geübt sein. Sobald man den Hahn durchzieht, sollte man vollkommen ruhig werden. Je mehr Routine man sich angeeignet hat, desto leichter gelingt das.

Wo finde ich die besten Ausbilder für mein Schießtraining?

Über die besten Angebote für Schießtraining informieren wir in unserem Verzeichnis. Bei Wildmaster, dem Online-Branchenbuch für Jäger, haben wir die wichtigsten Anbietern im jagdlichen Schießtraining aufgelistet. Hier finden sich neben Jagdschulen, Akademien, Jägerverbänden und jagdlichen Stiftungen auch Anbieter für Schießkurse.
Die Angebote können nach Regionen gefiltert werden. Finden Sie jetzt die besten Anbieter und verbessern Sie konsequent Ihre Schießleistung. Für ein Schießtraining in Kleingruppen liegen die Kosten zwischen 50 und 100 Euro. Ein Einzeltraining ist individueller. Der Ausbilder kann auf persönliche Wünsche oder Probleme eingehen. Es kann aber auch deutlich teurer werden.