Wiederladeschein

Munition neu kaufen oder wiederladen?

Das Wiederladen gebrauchter Munition ist den USA und Kanada weit verbreitet, doch auch in Europa breitet sich der Trend unter Jägern, Sammlern und Sportschützen aus. Die Ziele hierfür sind ganz unterschiedlicher Natur und reichen vom bloßen Interesse am Handwerk hin zur Befriedigung individueller Schießbedürfnisse.

In diesem Artikel wollen wir etwas näher auf die Materie eingehen, die rechtlichen Voraussetzungen für das Wiederladen, die dazu nötigen Gerätschaften und die Gründe beleuchten, welche Waffenbesitzer zum Wiederladen bewegen und welche Vorteile dadurch entstehen.

Die Vorteile des Wiederladens

Obwohl die Annahme weitverbreitet ist, das Wiederladen wäre eine recht neue Erscheinung, hat es auch hierzulande eine lange Tradition. Bereits im frühen Kaiserreich wurden die Hülsen der erstmals im Deutschen Heer eingeführten Messingpatronen nach dem Beschuss am Schießstand eingesammelt und zur Neubefüllung zurück in die Fabriken gesandt – damals vor allem aus wirtschaftlichen Gründen.

Heutzutage kann das Wiederladen vielfältige Gründe haben. Häufig versuchen Schützen mit hohem Munitionsverbrauch (Jäger, Sportschützen) durch das Wiederladen die Kosten zu senken, was zwar bis zu einem gewissen Grad auch funktionieren mag, jedoch ist die Ersparnis erst auf lange Sicht signifikant (zwar sind die Einzelkomponenten günstiger, jedoch haben natürlich auch die Gerätschaften zum Wiederladen einen gewissen Preis).

Primär steht eher die Anpassung an individuelle Schießbedürfnisse im Vordergrund, da der Wiederlader die hergestellte Patrone ganz nach Zweck, der eingesetzten Waffe oder den eigenen Vorlieben ausbalancieren kann (etwa durch Art und Menge des eingesetzten Pulvers, Geschosses usw.). Bei entsprechender Erfahrung und handwerklichen Geschick lässt sich so oftmals die Präzision des Gesamtsystems aus Waffe und Munition erheblich verbessern, da beide Komponenten dezidiert aufeinander abgestimmt sind. Gerade Jäger profitieren stark von derartiger Optimierung.

Wiederladeschein

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass durch Wiederladen seltene, ungebräuchliche oder gar nicht mehr erhältliche Munition beschafft werden kann – vorausgesetzt, dass die entsprechenden Leerhülsen vorhanden sind, bzw. die Gerätschaften zum Umformen vorhandener Hülsen anderen Kalibers.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das ungewöhnliche Kaliber 7,92 × 33 mm Kurz, das gewissermaßen einen Kompromiss zwischen Gewehrmunition 7,92 × 57 mm und der 9 × 19 mm Pistolenmunition darstellt und vor allen im historischen StG 44 und darauf basierenden Waffen Verwendung fand. Diese Patrone ist aufgrund der sehr geringen Verbreitung selten und teuer, was ein Wiederladen besonders opportun machen würde.

Von all dem abgesehen sind natürlich auch das Interesse und Spaß am Handwerk des Wiederladens sehr gute Gründe, mit dem Gedanken an eine Beschaffung einesWiederladescheins zu spielen.

Was brauche ich für einen Wiederladeschein?

Bevor man in das Handwerk des Wiederladens eintauchen kann, benötigt man zunächst den bereits erwähnten Wiederladeschein. Ohne diesen Nachweis der Sachkenntnis ist Wiederladen nämlich nicht zulässig.

Um den Schein zu erhalten, sollte zunächst ein Anbieter für den Sachkundelehrgang samt Prüfung gesucht und ein Termin gebucht werden. Die besten Anbieter für Wiederladeschein Kurse werden übrigens hier auf Wildmaster vorgestellt. Ist der Kurs in sicheren Tüchern, muss eine amtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der entsprechenden Behörde beantragt werden, weil dieser für die Zulassung zum Lehrgang notwendig ist. Erst dann kann der vereinbarte Kurs besucht und die entsprechende Prüfung abgelegt werden. Bei (hoffentlich) bestandener Prüfung muss nach Ausstellung des Wiederladescheins nur noch das entsprechende Equipment zum Wiederladen beschafft werden und der eigenen Munitionsherstellung steht nichts mehr im Wege!

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Equipment zum Wiederladen
  • Wiederladeschein

Was noch beachtet werden sollte, sind die jeweiligen lokalen Vorgaben der Ämter, in welchen Zeitabständen bestimmte Anträge erneut zu beantragen sind. So muss die Erlaubnis gemäß § 27 des Sprengstoffgesetzes nach maximal fünf Jahren (örtlich geringere Fristen möglich) neu erteilt werden.

Die Lehrgänge zum Wiederladeschein dauern übrigens meist nicht länger als ein Wochenende, die Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Viele Waffenhersteller (wie beispielsweise Frankonia), aber auch lokale Jagdverbände veranstalten die entsprechenden Kurse meist mehrmals pro Jahr.

Wiederladeschein

Welche Inhalte werden in den Lehrgängen zum Wiederladeschein gelehrt?

Die Lehrgänge vermitteln alle relevanten grundlegenden Kenntnisse, die zur eigenen Waffenherstellung notwendig sind. Dabei werden sowohl die zugrundeliegenden Rechtsvorschriften vertieft, mit denen sich Wiederlader konfrontiert sehen, als auch der richtige Umgang mit Werkzeugen und anderen Utensilien erklärt.

Die Ausbalancierung der Ladekomponenten, das Ladeverfahren selbst, sowie die Vermittlung von Wissen aus dem Bereich der Innenballistik sind ebenso Inhalt der Lehrgänge wie Vermeidung von Unfällen und Fehlern. Praktische Übungen und eine praxisnahe Erprobung des Gelernten vertiefen das Gehörte und geben die entsprechende Sicherheit im Umgang mit den Komponenten.

Die besten Anbieter zeichnen sich nicht nur durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine hohe Erfolgsquote der abgelegten Prüfungen aus, sondern sind auch stets bedacht, den Prüflingen das entsprechende handwerkliche Rüstzeug zur erfolgreichen und vor allem sicheren Ausübung des Wiederladens mitzugeben. Denn verständlicherweise bringt auch ein bestandener Wiederladeschein nichts, wenn der Prüfling nicht auch tatsächlich über die vermittelten Inhalte Bescheid weiß!

Wenn Sie schon immer von der Herstellung Ihrer eigenen Munition geträumt haben, finden Sie hier auf Wildmaster die besten Anbieter für die entsprechenden Kurse und jede Menge Hintergrundinformationen. Stellen Sie schon bald ihre eigenen, perfekt für Sie zugeschnittenen Patronen her!